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Mai 2011

Hallo erstmal

Wir, Caroline und Tom (kurz: CaTo) wollten eine Weltreise machen. Ja, ihr lest richtig, wir wollten. Hier kommt unsere Geschichte, warum es keine Weltreise mehr ist und was daraus wird bzw. geworden ist.
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0035 Neuharlingersiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Vor ca. einem Jahr, im Sommer 2010 hatten wir uns konkretere Gedanken über unseren Traum gemacht, mal für längere Zeit auszusteigen und durch die Welt zu fahren. Wir wollten den ganzen Alltagstrott und vor allen Dingen den ganzen Stress, den man sich so jeden Tag antut, hinter uns lassen. Somit haben wir uns mal die ersten Gedanken gemacht, wohin und wie wir reisen wollen.

Als einziges war uns klar, es sollten nicht nur zwei oder vier Wochen sein, wir stellten uns ca. ein Jahr vor. Dann kam natürlich das Reiseziel als nächstes dran. Toms favorisiertes Reiseziel war Asien, ohne es genauer zu spezifizieren, Caro war mit Asien gleich einverstanden, wobei sie auch gerne nach Afrika fahren würde. Auch das war für Tom denkbar, aber Asien überwiegte in den Überlegungen. Immer wieder hatten wir uns aber auch über die Art der Fortbewegung unterhalten. Wir wollten unser Leben unbedingt entschleunigen. Wir hatten beide das Gefühl, man bekommt einiges gar nicht mehr so richtig mit, bei der ganzen Hektik. Also war das Ziel so langsam wie möglich zu reisen. Somit waren sämtliche Flugreisen so gut wie ausgeschlossen. Wir wollten unsere Ziele erfahren, also langsam auf dem Landweg erarbeiten. Das langsame Nähern an ein Land lässt die Änderungen die sich auf der Reise dorthin ergeben erst richtig spüren, so wie sich die Landschaft langsam verändert, die Sprache und die Leute sich ändern, die Gerüche, die Temperatur und Gepflogenheiten. Dies ist für uns beide ein wichtiger Punkt beim Reisen. Denn wenn man einfach in den Flieger steigt ist man bereits ein paar Stunden später einfach “da”. Gerade die Kleinigkeiten, die sich unterwegs ereignen, abseits der Touristen-Highlights, sind uns wichtig, um Land und Leute zu verstehen.

Die Art des Reisen
Also hatten wir uns unzählige Male auch über die Art des Reisen unterhalten. Grundsätzlich standen die Möglichkeiten zu Fuß, mit dem Pferd, mit dem Motorrad oder mit dem Auto zur Diskussion. Wir hatten schöne Berichte vom zu Fuß reisen gesehen, wie z.B. in Amerika den Continental Divide Trail, den Jakobsweg in Spanien, oder eine Alpenüberquerung. Wir sind jedoch nicht trainiert genug, um so eine Anstrengung zu unternehmen, hinzu kommen noch ein paar kleine Gebrechlichkeiten, die sich im Laufe der letzten Jahre eingeschlichen haben. Also war diese Reiseart leider nichts für uns, auch wenn sie einen sehr großen Reiz auf uns hatte.
Auf dem Rücken eines Pferdes wäre natürlich auch eine sehr reizvolle Fortbewegungsmethode, Caro kann gut Reiten somit kein Problem, bei mir sieht es nicht ganz so gut aus, bin ich doch schon mehrere Jahre nicht mehr geritten und so richtig gelernt habe ich es auch nicht. Somit wäre hier erst mal ordentlich Reitunterricht angesagt und dann kommt noch das größeres Problem: Wir haben keine Pferde! Pferde kaufen ist bestimmt nicht ganz so schnell erledigt wie z.B. ein Auto und man sollte sich schon ausgiebig vor der Reise an das Pferd gewöhnen (natürlich auch umgekehrt das Pferd an den Reiter). Da wir unsere Reise nicht unendlich in die Ferne schieben wollten, war Reiten auch nicht unbedingt die beste Wahl. Blieb Motorrad oder Auto übrig.
Mit Motorradreisen war ich (Tom) bestens vertraut, bin ich doch viele Jahre mit dem Motorrad unterwegs gewesen, davon auch schon mal mehrere Monate in Spanien zusammen mit meinem Freund Willi. Ein unvergessliche Reise! Wieviel Spaß wir damals gehabt haben! Wir waren damals mit zwei BMW 1000 bzw. 1100GS unterwegs. Für mich ist Motorradreisen mit eine der schönsten Art zu Reisen. Man ist viel näher an allem dran, näher an den Menschen, die einen umkreisen, wenn man stehenbleibt, näher an der Temperatur und den Gerüchen, die einen umgeben. Allerdings ist eine Reise über ein Jahr mit dem Motorrad eine große Herausforderung an das Verzichten. Das Gepäck ist doch sehr beschränkt und bei der langen Zeit kommen Übernachtungen in Pensionen und Hotels nicht in Frage. Also ist Zelt, Isomatte und Schlafsack angesagt. Ein Jahr im Zelt? Es gibt bequemeres und wir sind dann ja auch nicht mehr die Jüngsten. Ihr merkt schon, es blieb zum Schluss nur das Auto übrig.
Das Auto: Ermöglicht uns auf lange Zeit ohne große Kompromisse unterwegs zu sein. Ermöglicht uns große Distanzen zu fahren. Ermöglicht uns einigermaßen bequem zu reisen und viele Dinge für Unterwegs mitzunehmen. Was wir für unzählige Erfahrungen mit dem “richtigen” Auto suchen gemacht haben, steht auf der Seite Fahrzeug. Das würde hier den Rahmen sprengen. 

Unendlich viele Wege
Zurück zu den möglichen Reisezielen. Nachdem wir uns nun für das Reisen mit dem Auto entschieden haben, kommen die vorher erwähnten Reiseziele Asien, Afrika usw. in nähere Betrachtung. Wie gesagt Asien war unser Favorit, genauer gesagt Südostasien. Wir hatten uns dann mal an die möglichen Reiserouten gewagt. Schnell war klar, dass es über den Balkan nach Griechenland und Türkei in den nahen Osten gehen musste.  Von dort aus nach Indien, Nepal, Tibet, China und dann ist man schon da in Südostasien: Laos, Vietnam, Thailand, Kambodscha und noch weiter....
Bei unseren ersten Recherchen war das alles kein großes Problem, was aber noch zu einem werden sollte. Im Speziellen war der Nahe Osten das Problem. Nach der Flutkatastrophe in Pakistan änderte sich dort die Lage lt. dem Auswärtigem Amt drastisch. Kurz nebenbei: Die meisten unserer  Informationen und Entscheidungsgrundlagen basieren auf den Angaben des Deutschen Auswärtigem Amts. Dort gibt es sehr detaillierte Informationen zu allen Ländern der Welt. Im Speziellen gibt das Amt Reise- und Sicherheitswarnungen für jedes einzelne Land heraus und hält diese aktuell. Mehr Info gibt es unter www.auswaertiges-amt.de
Dass Afghanistan kein Reiseland ist, glaube ich ist jedem klar, obwohl wir einige Reiseberichte von anderen Weltreisenden gelesen haben, die sowohl Land als auch Leute als unglaublich freundlich und gastfreundlich beschreiben. Keine Frage, aber dort haben die Leute im Moment gerade ganz andere Probleme, als sich um neugierige Touristen zu kümmern. Es gibt halt leider auch immer ein paar Andere, die nicht so Gutes im Schilde führen. Leider hat sich die schlechte Sicherheitslage auch auf Pakistan ausgeweitet. Somit war unsere geplante Route nach Indien nicht mehr möglich. Wie sonst nach Südostasien kommen? Eine Alternative wäre nach der Türkei über Syrien und Jordanien nach Saudi-Arabien und VAE. Anschließend dann noch mit dem Schiff nach Indien. Wer die letzten Monate noch in Erinnerung hat, weiß das dies derzeit leider auch keine mögliche Reiseroute mehr ist. Bleibt noch über Russland und Turkmenistan nach China zu reisen. Diese Route ist machbar. Politisch sind die Länder weitestgehend stabil, wenn auch nicht gänzlich ungefährlich für Individualreisende. Für China gibt es sehr strenge Bestimmungen, was selbst organisierte Reisen betrifft. Zum einen braucht man einen persönlichen Reisebegleiter, der die gesamte Reisezeit durch China dabei ist. Er fährt im Fahrzeug mit, braucht dort einen Sitzplatz, einen Schlafplatz und muss mit verköstigt werden. Ist dies nicht möglich, fährt er mit eigenem Auto mit, schläft im Hotel und ißt im Restaurant. Alles natürlich auf unsere Kosten. Nachdem wir uns mit mehreren Reisebüros für Chinareisen in Verbindung gesetzt haben, die solche Einzelreisen organisieren, haben wir schmerzlich festgestellt, was ein solcher Aufwand kostet. Wir hatten ja schon zuvor immer wieder gehört, das individuelle Chinareisen sehr teuer sind. Aber was ist sehr teuer? Sind das 500€ oder 2000€, oder wie viel? Es sind ca. 3500€!  Und das für die einfache Durchreise innerhalb von 10 Tagen. Darüber hinaus sind noch ein Chinesischer Führerschein (wenn auch nur auf dem Papier) und ein Chinesischer TÜV und Zulassung für das Fahrzeug zu machen. Nachdem wir das Land mindestens zweimal, eher dreimal durchfahren wollen; einmal von Russland nach Indien, einmal von Indien nach Südostasien und einmal zurück, würde uns das Ganze wahrscheinlich über 10.000 € kosten.

Nicht zu machen
Das war definitiv zuviel für unsere Reisekasse. Wir wollen ja noch Urlaub machen und nicht nur China finanzieren. No way, im wahrsten Sinne des Wortes. Somit war Südostasien für uns und für diese Reise leider kein mögliches Ziel mehr. Zudem kam bei uns mit zunehmendem Informationsstand das Gefühl auf, dass viele Länder keine individuell reisenden Touristen wollen. Z. B. lässt Saudi-Arabien auf dem Landweg keine Touristen einreisen. Es gibt wohl teilweise Ausnahmen (wenn man hartnäckig genug ist), man bekommt für das riesige Land dann aber nur eine Durchfahrtsgenehmigung für ein paar Tage. Also keine Rede von langsam das Land anschauen. Schade.
Frustriert von den letzten Erfahrungen haben wir gesagt, dann bleiben wir eben in Europa, hier ist das Reisen unproblematisch und weitestgehend sicher. Aber eine Europa-Rundreise kann halt nicht mit einer Reise von Europa nach Asien mithalten. Da ist ja Europa nur der kleine Anfangsbereich, bevor die Reise erst richtig spannend wird. Nein, das sollte es auch nicht werden. Etwas weiter sollte es schon sein. Nachdem es auch in Nordafrika in vielen Ländern zu schweren Auseinandersetzungen gekommen ist, verschwand auch Afrika leider wieder von unserem Reise-Radar. Aber da war ja noch Amerika. Genauer gesagt Mittel- und Südamerika. Tom´s Schwester lebt in Santiago in Chile. Das wär doch was, übersetzen nach Canada, USA schnell hinter einem lassen (das kennen wir beide schon) und dann quer durch Lateinamerika. Tom´s Schwester mit Familie in Santiago mit dem Auto besuchen, was für ein Traum. Bevor wir uns jedoch an die genauere Reiseplanung machten, hatten wir nun schon aus Erfahrung an die Reise- und Sicherheitswarnungen vom Auswärtigen Amt gemacht. Hier erfuhren wir jedoch Dinge, die in den deutschen Nachrichten nur selten zu finden sind. Südamerika, wie Argentinien und Chile sind ohne Probleme zu bereisen. Aber Mittelamerika, angefangen von Mexico und fast alle nachfolgenden Länder sind wegen heftigen Auseinandersetzungen mit Drogenbanden nur noch schwer bis unmöglich als Tourist zu bereisen. Natürlich sind es oft nur Bereiche, meist nicht ganze Länder, die ein sicheres Reisen unmöglich machen, wie z.B. die Grenzbereiche von Kolumbien oder im Moment auch in Peru rund um den Titicaca-See. Eine Verschiffung direkt nach Südamerika war so kurzfristig auch keine Möglichkeit, da alleine ein Platz für unser Fahrzeug auf dem Schiff erst in 4 bis 6 Wochen frei gewesen wäre und dann die Überfahrt auch nochmal ca. 6 Wochen gedauert hätte und von den Kosten gar nicht erst zu reden.
Vielleicht sind wir zu vorsichtig bei der Einschätzung der Sicherheit beim Reisen, vielleicht berichtet das Auswärtige Amt etwas einseitig, bzw. lässt die Bereiche in denen es keine zu erwartenden Schwierigkeiten gibt weg. Wir kamen aber zu der Entscheidung, lieber unsere erste Reise fern ab von extremen politischen Auseinandersetzungen, Drogenkriegen und Terrorismus zu planen. Sorry Schwesterherz, vielleicht kommen wir aber doch noch irgendwann, mit dem Flieger.

Die Reiseroute
Somit sind wir nun wieder in Europa mit unserer Reiseplanung. Vielleicht ist es auch für die erste Reise, die wir mit unserem neuen Gefährt machen, besser nicht gleich auf der anderen Seite der Welt rumzufahren. So richtig planen wollten wir unsere Reise ja nie. Aber so ganz ohne geht es halt auch nicht. Nun, nachdem wir in Europa bleiben, können wir es uns aber leisten, so wenig wie möglich zu planen. Nach dem Motto “No plan is a good plan” starten wir nun unsere Reise. Als ungefähre Reiseroute haben wir uns zuerst für Skandinavien entschieden, das heißt wir werden von Deutschland über Belgien und Holland, nach Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland reisen. Danach soll es durch Russland (wahrscheinlich mit St. Petersburg und Moskau) gehen und von dort aus ins Baltikum (Lettland, Estland, Littauen), irgendwie quer durch Osteuropa Richtung Balkan und von dort aus nach Griechenland und in die Türkei. Zurück nach Deutschland geht es dann wahrscheinlich auf kürzestem Wege, da es dann wohl Winter sein wird in Europa.

Der Reisebericht
Auf den nachfolgenden Seiten schreiben wir unsere Erfahrungen und Eindrücke, die wir unterwegs sammeln werden. Wie gesagt, wir planen möglichst wenig, auch wollen wir nicht von einer Touristenattraktion zur nächsten hetzen, sondern viel mehr Land und Leute kennenlernen. Wir werden jeden Tag aufs Neue entscheiden wo wir hinfahren und evtl. die oben genannte Route sogar ganz verlassen. Wir freuen uns sehr, wenn ihr mitkommt auf unsere Reise und uns bei unseren Entdeckungen begleitet.

Warnung
Dieser Reisebericht wird kein objektiver Reisebericht sein, der Informationen zum Nachreisen enthält. Hierzu gibt es bereits genügend gute Reiseführer für alle Länder, die wir bereisen werden. Nein, wir werden unsere ganz persönlichen subjektiven Eindrücke wiedergeben, gefärbt mit unserer Meinung, die vielleicht nicht jedem passt. Dieser Reisebericht ist für unsere Eltern, Geschwister, Freunde und  Bekannten und nicht zuletzt für uns selbst als Erinnerung an diese Monate. Natürlich sind auch alle anderen Leser herzlich willkommen unsere Reise zu verfolgen. 

Nun laden wir Euch ein, aufzuspringen und uns ein Stück weit zu begleiten bei unseren Streifzügen durch die Welt und unsere ganz persönlichen Eindrücke mitzuerleben.

Viel Spaß dabei!

Caro & Tom

 

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