Fahrzeug
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Unser UHU (Unter Hundert Ungetüm)

Die Geschichte des größer werdens (oder des Größenwahns)

1. Pickups
Von der Idee der Reise bis jetzt - also ca. 1 1/2 Jahre - haben sich unsere Vorstellungen vom perfekten Fahrzeug für uns komplett verändert. Die erste Idee war ein Pick-up mit Aufsetzkabine. Pickups kann man fast alle Handelsüblichen verwenden, Hauptsache sie lassen sich auf 3,5t auflasten. Aufsetzkabinen gibt es von mehreren Herstellern, wie z. B. Bimobil oder Tischer. Hier kann man ein Vermögen ausgeben. 50.000,-€ -100.000,-€ für Fahrzeug mit Kabine sind da nix. Gebraucht ist fast nichts auf dem Markt und dadurch muss man für ein sehr altes Teil immer noch viel Geld ausgeben. Hinzu kommt, dass der Raum in einer Aufsetzkabine doch sehr begrenzt ist, gerade was Verstaumöglichkeiten betrifft. Zudem wollten wir damit ein Jahr unterwegs sein und da braucht man schon etwas Platz. Auch die Befestigung am Fahrzeug mit nur vier Punkten schien uns für die weite Strecke nicht zuverlässig genug. Zudem kommt man schnell gewichtsmäßig an die Grenzen. So ein Pickup hat knapp 2,0t die Kabine wiegt ca. 800kg, da bleibt nur noch 700kg für die Insassen und das Gepäck. Wahrlich nicht viel.

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2. Kastenwägen
Also musste es etwas größer sein. Ein Kastenwagen wäre der nächste Step. Was ich noch nicht erwähnt habe, wir wollten grundsätzlich ein Allrad getriebenes Fahrzeug, da doch gerade im Nahen Osten und in Südostasien nicht alle Wege geteert sind und wir auch sowieso mal gerne einen Offroad-Abstecher machen möchten. Die Pickups sind eh alle 4x4 Fahrzeuge, aber bei den Kastenwägen ist da erst mal Fehlanzeige. Es gibt nur eine Hand voll Hersteller die Kastenwägen als 4x4 bauen. Und die haben es in sich, zumindest beim Preis. Hier kurz die Übersicht, der Kastenwägen, die einen Allrad haben:
Iveco TurboDaily 4x4; Fiat Ducato mit Dangel Umbau; Mercedes Sprinter mit Igelhaut- oder Achleitner-Umbau und einen Spezialisten wie den für uns bis dahin unbekannten Scam (auf Basis vom Iveco TurboDaily 4x4). Der letztgenannte hätte es uns schon angetan, aber der liegt gebraucht immer noch bei 35.000,-€ - 50.000,-€. Neu gibt es den neuen TurboDaily 4x4 nur vom Werk aus, aber hierfür legt man erst mal 65.000,-€ ohne Aufbau ab. Leider alles keine wirklichen Alternativen. Trotzdem hatten wir uns für unseren Urlaub im Sommer 2010 an der Ost- und Nordsee einen solchen Kastenwagen als Reisemobil ausgeliehen. Zwar ohne Allrad, aber in der entsprechenden Größe. Schon nach zwei Tagen war uns klar. dass so ein Kastenwagen für die Länge der Zeit, die wir verreisen wollen, nicht gut gehen kann. Wir gingen uns schon am zweiten Tag auf die Nerven. Wenn sich einer von uns bewegen wollte, mußte der andere entweder draußen sein (und meistens hat es geregnet) oder sich auf einen der Sitze retten. Außerdem klapperte alles in dem Auto sehr bedenklich, als wir nur eine schlecht geteerte Straße fuhren, geschweige denn Offroad. Die Ansprüche wurden wieder größer und damit auch das Gefährt. Nur der Geldbeutel konnte und wollte sich an die recht kräftigen Preise von den meisten Angeboten nicht gewöhnen.

Hier ein paar Beispiele:

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3. LKWs
Ich weiß nicht, wieviele Größenstufen wir übersprungen haben, aber nun haben sich LKWs in unseren Fokus gedrängt. Zwischen den o.g .Kastenwägen und den LKWs gab es irgenwie keine weiteren Reisemobile mit Allradantireb. Somit kamen wir zu den selbst ausgebauten LKWs. Natürlich gibt es solche Expeditionsmobile auch von der Stange, aber die liegen mal schnell bei 200.000,-€ und mehr, wie die von ProCab oder Bocklet. Die LKWs, die wir uns angeschaut haben, waren aber eine ganz andere Dimension. Hier begann die Preislatte bei moderaten 15.000,-€. Das war wesentlich günstiger als alle vorgenannten Varianten. Und man bekam wenigstens viel Fahrzeug für sein Geld, auch wenn die meisten davon schon als historisches Fahrzeug gelten, da sie bereits 30 und mehr Jahre auf dem Buckel haben. Aber irgendwie hat es uns die schiere Größe der Mobile angetan. Hier war plötzlich genug Platz für alles. Zudem konnte man sich ganz normal in dem Fahrzeug bewegen und Überladungsprobleme schien es auch nicht zu geben. Nur eben das Alter war ein Nachteil gegenüber den anderen Alternativen. Meist wurden die Fahrzeuge von der Bundeswehr ausgekauft und dann entsprechend den eigenen Wünschen aufgebaut und hergerichtet.
Wir haben uns relativ früh ein paar ausgebaute Exemplare angesehen. Aber Anfangs hielt uns noch ein gewisser Respekt vor der unbekannten LKW-Technik und dem damit verbundenen “Alles ist viel größer und schwerer” zurück. Der Spruch von unserem Freund Jürgen blieb uns jedoch lange im Gedächtnis: “Kennst Du Dich mit der Technik von einem PKW gut aus? Nein! Kennst Du Dich mit der Technik vom LKW aus? Nein!  Dann ist es egal mit was Du Dich nicht auskennst, dann kannst Du auch einen LKW nehmen.”

Diese hier haben wir unter vielen angeschaut:

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Die Suche nach dem “Richtigen
Wir hatten natürlich das Internet schon einige Male umgedreht, um die in Frage kommenden Fahrzeuge zu selektieren. Daraus hatten wir uns zwei Iveco 110-90 angeschaut, einer bei Bad Tölz und einer bei Oberammergau. Beides glücklicherweise mehr oder weniger ums Eck. Aber keiner der Beiden konnte uns so recht überzeugen. Beide hatten einen verhältnismäßig kleinen Aufbau und waren nicht so aufgeteilt wir wir das vorstellten. Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir nun einen der Zwei kaufen sollten. Aber wir konnten uns nicht dazu entschließen. An dieser Stelle aber nochmal herzlichen Dank an die Geduld von Bernhard und seiner Frau, die uns ihren schönen blauen Iveco gleich zweimal gezeigt haben.

Dann kam unser Urlaub an der Ost- und Nordsee und den wollten wir mit etlichen Fahrzeugbesichtigungen quer durch Deutschland verbinden. Aber zuerst stand das Därr-Treffen nahe München auf dem Programm. Und hier stellte das Schicksal schon seine Weichen. Wir nahmen einen Aushangzettel mit, der allerdings erstmal in unserer Sammelmappe verschwand, weil uns gar nicht klar war, was ein Mercedes 1017A ist. Danach ging es dann auf die beste Messe, die ich bisher in dem Bereich gesehen habe, die Absolut Allrad in Bad Kissingen. Diese Messe ist super gemacht, mit Testgelände, vielen Herstellern von Alllradautos und -LKW´s und noch mehr Zubehör. Das absolute Highlight war aber der Besucherparkplatz. Hier war alles was Rang und Namen hatte vertreten. Soviele Landys haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen, in allen Varianten und Ausstattungen. Danach sind wir weiter zu unserem Urlaubsziel an die Ost- und Nordsee und sind kurz mal nach Dänemark abgebogen, um einen LKW-Händler zu besuchen, der eben solche Fahrzeuge beim Dänischen Militär auskauft. Aber für einen sehr schlecht erhaltenen Militär-LKW ohne jeden Ausbau im Koffer schon 8.000,- bis 10.000,-€ zu verlangen, war uns zuviel. Da waren die zwei Ivecos dagegen die reinsten Sonderangebote. Also zurück nach Deutschland und auf dem Heimweg nach München noch ein paar andere Fahrzeuge angeschaut, aber keines davon kam auch nur im entferntesten in Betracht.
Zurück in München haben wir dann alle Unterlagen von den gesichteten und unbesichtigten Fahrzeuge noch mal durchgesehen. Und da fiel uns der Aushang vom Mercedes 1017A vom Därr-Treffen wieder in die Hände. Wir wussten beide nicht, warum wir dort nicht schon längst angerufen hatten, da wir nun das Fahrzeug für sehr interessant hielten. Allerdings war der Aushang jetzt schon etliche Wochen alt und das Fahrzeug bestimmt schon längst verkauft. Aber um dies herauszufinden, muss ein klärendes Telefonat her.
Also angerufen und am anderen Ende war Micha aus der Nähe von Leipzig. Das Fahrzeug war noch da, wie sich schnell herausgestellt hatte, da Micha seinen Kumpel nur ein paar Zettel mit auf das Därr-Treffen gegeben hatte, sonst das Fahrzeug aber nicht weiter inseriert hatte. Bei der Klärung der Fahrzeugdetails wurden unsere Augen immer größer. Die Aufteilung des Kabine war nahezu perfekt und die Einbauten alle im gebrauchsfähigen Zustand vorhanden. Es dauerte nur zwei weitere Telefonate und schon war klar, wir mussten uns das Fahrzeug anschauen. Also an einem Wochenende ab nach Leipzig. Micha und seine Frau empfingen uns, als wollten alte Freunde zum Grillen vorbei kommen. Wir wurden vom Bahnhof abgeholt und erst mal zum Mittagessen eingeladen. Danach wurde das Fahrzeug ausgiebig untersucht und Probegefahren. Wir hatten zu dieser Zeit noch überhaupt keine LKW Fahrpraxis und es war eine furchtbares und peinliches Gestotter was wir hier auf den ersten Metern hingelegt hatten. Aber Micha war die Ruhe selbst und lies uns weiterfahren. Soweit war auch alles prima, bis wir noch zum Schluss auf die LKW-Waage fuhren, um das tatsächliche Leer-Gewicht festzustellen. Und siehe da, auch LKW´s können doch mit Gewichtsproblemen kämpfen. Er hatte satte 8,6t leer. 7,49t standen in den Fahrzeugpapieren als zulässiges Gesamtgewicht. Wenn wir jetzt noch alles Urlaubsgepäck einladen, den Diesel- und Wassertank füllen sind wir bei ca. 10t und somit um 2,5t zu schwer. Das gibt heftige Strafen, bei einer Verkehrskontrolle. Wir haben zusammen mit Micha den ganzen Nachmittag und Abend verbracht, wie wir das Dilemma lösen konnten. Einen LKW-Führerschein machen und das Ding dann auf seine möglichen 12t auflasten. Das war die einzige Lösung. Unser alter 3er-Führerschein hörte ja bei 7,5t auf. also mussten wir den 2er-Schein (heute Klasse C)nachmachen. Der kostet aber viel Geld, wieviel genau wusste keiner, aber so 2000-3000,-€ werden es pro Schein schon sein. Um den Kauf perfekt zu machen, lies uns Micha noch 1000,-€ und einen vollen Dieseltank vom Kaufpreis nach. Somit schlugen wir ein, obwohl wir uns noch nicht ganz im Klaren waren, ob wir nun den LKW-Führerschein machen sollten oder nicht. Nun war er unser, das Ungetüm, das nicht schneller als 100km/h geht. Somit war auch schnell der Spitzname gefunden, unser Unter Hundert Ungetüm, kurz UHU.

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Auf der nächsten Seite gehts weiter mit dem Herrichten und Umbauen nach des UHU nach unseren Vorstellungen. Hier gehts weiter

 

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